Pflegebedarf in Wels und Wels-Land wird steigen

„Die Pflegethematik wird auch in Wels und Wels-Land immer wichtiger“, berichtet LAbg. Peter Csar, Obmann des Welser Hilfswerks. „Aktuell haben über 3.700 Menschen im Bezirk Wels und 3.800 in Wels-Land einen Pflegebedarf. Das Land Oberösterreich rechnet damit, dass sich dieser Wert innerhalb der nächsten 20 Jahren auf über 5.200 in Wels und 5.900 in Wels-Land erhöhen wird“.

Doch bereits heute ist die Pflege in der Familie im Alltag ein wichtiges Thema. So spielt laut dem jüngsten Pflegemonitor des OÖ Hilfswerk die Pflege Angehöriger für 65 Prozent der Hausruckviertler eine große beziehungsweise mittelmäßige Rolle. „Das Pflegethema zählt schon heute zu den größten Herausforderungen unserer Generation. Umso wichtiger ist es, dass die Verbesserung der Pflege ganz oben auf der Tagesordnung der politischen Entscheidungsträger ist,“ schließt Peter Csar aus den aktuellen Zahlen.

Pflege passiert in Wels und Wels-Land großteils in eigenen vier Wänden
Der Großteil der Pflege passiert in Wels und Wels-Land in den eigenen vier Wänden. Von den 3.700 Pflegebedürftigen in Wels können aktuell 510 in Alten- und Pflegeheimen betreut werden, der Rest wird meist von Angehörigen oder Angeboten wie mobilen Diensten gepflegt. In Wels-Land können derzeit 595 Menschen in Heimen betreut werden. Im Hausruckviertel geben 28 Prozent der Einwohner an, selbst einen Pflegefall in der eigenen Familie zu haben.
„Diese Ergebnisse zeigen einmal mehr, es braucht eine Entlastung für pflegende Angehörige“, so Bezirksparteiobmann Abg.z.NR Klaus Lindinger. „Pflege daheim darf nicht schlechter gestellt sein als die Pflege in einem Heim. Es braucht daher einen Pflege-Daheim-Bonus, um die Pflege daheim zu honorieren und Angehörige zu entlasten. Darüber hinaus sollen durch einen Ausbau der Tagesbetreuung Menschen tagsüber in einer Pflegeeinrichtung betreut werden, aber dennoch zuhause wohnen und durch Angehörige mitbetreut werden können.“

Der größte Wunsch im Alter: Jemanden zum reden
Am wichtigsten ist den Menschen im Hausruckviertel, im Alter jemanden in der Nähe zu haben, mit dem man täglich reden kann (79 Prozent). Groß ist auch der Wunsch, den Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen zu können (66 Prozent). Gleichzeitig wünschen sich zwei von drei Befragten, im Bedarfsfall in ein Seniorenheim aufgenommen zu werden (68 Prozent).

„In der Pflege braucht es ein breites Angebot und eine echte Wahlmöglichkeit, denn ältere Menschen müssen selbst über die Art der Betreuung entscheiden können.“, so Csar und Lindinger unisono. „Ein jeder, der den Lebensabend zuhause verbringen möchte, soll auch die Möglichkeit haben, so lange wie möglich eine Betreuung in den eigenen vier Wänden zu erhalten.“

 

Pflegebedarf in Wels-Land und Wels-Stadt
Bezirksparteiobmann Abg.z.NR Klaus Lindinger (li.) und LAbg. Peter Csar (re., Obmann Hilfswerk Wels-Stadt/Wels-Land) zeigen den steigenden Pflegebedarf in der Region auf.