Nicht nur Bauern, sondern auch Handel und Konsumenten in die Pflicht nehmen!

Im Nationalrat ist ein umfassendes Tierwohlpaket beschlossen worden. Klare Worte dazu fand Bezirksparteiobmann Abg.z.NR Bgm. Klaus Lindinger in der Plenarrede. Nachzuhören ist diese Rede auch in der Mediathek auf der Parlamentshomepage oder via Link (siehe unten).

Für Bauernbund-Abgeordneten Klaus Lindinger gilt es dabei drei Gruppen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

„Das sind die Bäuerinnen und die Bauern. Das sind Handel und Industrie. Und das sind die Konsumentinnen und Konsumenten. Für eine dieser Gruppe schaffen wir Verpflichtungen, für die anderen lediglich Apelle“, nahm Lindinger den Handel, die Konsumenten aber auch NGO’s und all jene, die das Tierschutzvolksbegehren unterschrieben haben, in die Pflicht, die heimischen bäuerlichen Qualitätsprodukte auch zu kaufen.

„Denn mehr Tierwohl braucht auch mehr tatsächliche Abgeltung, sonst funktioniert das nicht!"

„Nehmen wir Rücksicht auf die hervorragende Qualität unserer bäuerlichen Produkte und unterstützen wir diese durch unseren Einkauf. Sichern wir die heimische Lebensmittel-produktion, verhindern wir den Import von Billigfleisch und schauen wir, dass wir billige Lebensmittel aus dem Ausland von den Supermarktregalen verbannen“, so der Abgeordnete.

Nicht alle in eine Schublade werfen

„Immer höhere Auflagen werden auf Dauer nicht möglich sein. Das geht uns alle was an“, sieht Lindinger die Notwendigkeit, Anreize zu schaffen und durch halbwegs verträgliche Übergangsfristen die bäuerlichen Betriebe mit auf diesen Weg zu nehmen. „Aber auch die Medien ebenso wie die NGO’s müssen hier mitziehen und die Herausforderungen gemeinsam annehmen“, weist Lindinger die manchmal sehr einseitige Berichterstattung über Mängel etwa in der Schweineproduktion zurück. „Wir müssen aufhören, vor allem in der Landwirtschaft kurzerhand bei Auftreten eines Kriminalfalles alle in eine Schublade zu werfen“, erinnerte der Abgeordnete an andere Berufsgruppen wie etwa Banker, Lehrer oder auch Ärzte, die aufgrund von Fehlverhalten Einzelner auch nicht generell verurteilt werden. „Das wünsche ich mir auch für die Landwirtschaft“, fordert Lindinger von den Medien eine realistischere Darstellung der bäuerlichen Produktionsbedingungen. 

Tierwohl geht alle an

Was die Umstellung in der Schweinebranche betrifft, zeigte Lindinger an einem konkreten Beispiel in seiner Nachbargemeinde: ein junger Bauer hat letztes Jahr in den Bau eines neuen Schweinemaststalls investiert und kalkuliert, dass dieser in 20 Jahren abbezahlt sein wird.

„Wir brauchen daher diese Übergangsfrist. Wir können nicht, wie der Lebensmittelhandel das macht, alle sieben Jahre eine neue Filiale irgendwohin stellen“, nannte der Abgeordnete auch noch ein anderes Beispiel: „Stellen Sie sich vor, sie kaufen sich ein Auto und dann verändert sich die gesetzliche Lage und dieses Auto wird verboten. Das geht sich einfach nicht aus!“

Weiters führt er aus, dass die Bäuerinnen und Bauern Tierschützer sind. Fakt ist nämlich: Geht es den Tieren gut, geht es auch dem Bauern gut - nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht.   Lindinger fordert daher von allen Beteiligten, von Konsumenten, Handel über Medien und Tierschutzorganisationen die Herausforderungen gemeinsam anzunehmen. „Das haben sich unsere Bäuerinnen und Bauern verdient!“

Link zum Video der Plenarrede vom 7. Juli 2022

Klaus Lindinger
„Nehmen wir Rücksicht auf die hervorragende Qualität unserer bäuerlichen Produkte und unterstützen wir diese durch unseren Einkauf!", macht Klaus Lindinger im Zuge der Debatte deutlich.